Terrakotta-Armee und Chinesische Mauer

Dritte China-Reise der KKS Big Band

Vom 7. bis zum 21. April 2019 ist die KKS Big Band erneut nach China gereist. Nach 2016 und 2017 war dies bereits die dritte Konzertreise ins Reich der Mitte. Nachdem bei den vergangenen Reisen stets die Metropole Shenzen am Südchinesischen Meer das Hauptreiseziel bildete, lagen dieses Mal ganz andere Reiseorte auf der Route. So durften die Schülerinnen und Schüler der KKS Big Band das erste Mal die Hauptstadt Beijing sehen. Darüber hinaus wurden die „westliche Zuflucht“ (Xi’an) und die Stadt Zhangjiajie in der Nähe eines großen Nationalparks besucht.

Natürlich standen auch diesmal die Konzerte und deren Vorbereitung sowie der kulturelle Austausch mit Schülern und Studenten vor Ort im Mittelpunkt, daneben haben wir aber diesmal sehr viel vom Land sehen können. Auch das Wetter war so ganz anders als es die bereits China-erfahrenen Bandmitglieder in Erinnerung hatten. China kann durchaus auch mal kalt und regnerisch sein, zumindest wenn man nicht im Sommer und nicht ans Südchinesische Meer fährt.

IMG_0557

Im Folgenden stellen die Schülerinnen und Schüler in kurzen Tagesberichten die einzelnen Etappen der Reise vor (für Großansicht der Fotos bitte auf die Bilder klicken):

  • Sonntag, 7. April und Montag, 8. April
  • Dienstag, 9. April
  • Mittwoch, 10. April
  • Donnerstag, 11. April
  • Freitag, 12. April
  • Samstag, 13. April
  • Sonntag, 14. April
  • Montag, 15. April
  • Dienstag, 16. April
  • Mittwoch, 17. April
  • Donnerstag, 18. April
  • Freitag, 19. April
  • Samstag, 20. April
  • Sonntag, 21. April

Der eigentliche Montag begann am Sonntag. Der erste Flug ging um 14:20 Uhr von Hannover nach Frankfurt. Um 17:45 Uhr folgte der Anschlussflug nach Peking. Wir landeten dort Ortszeit 9:00 Uhr morgens. Nachdem wir unser Gepäck in den Bus geladen hatten fuhren wir zum Olympiagelände. Wir besichtigten das ehemalige Olympiastadion, welches aufgrund seines Designs auch „Vogelnest“ genannt wird. Es folgte ein Mittagessen im Lieblingsrestaurant unserer Reiseführerin Frau Cao. Der Tag endete um 18:45 Uhr mit dem Flug nach Xi’an. Die Landung erfolgte um 23:00 Uhr. Es folgte die Fahrt zum Hotel und die wohlverdiente Bettruhe.

Piet

Heute, am ersten richtigen Tag unserer Reise, sind wir nach einer kurzen Nacht mit einem leckeren Frühstück chinesischer Art in den Tag gestartet. Zu einem chinesischen Frühstück zählen neben dem uns bekannten Toastbrot offenbar auch chinesische Dampfnudeln, kleine chinesische Würstchen, gekochte Eier, diverse Gemüse-Pfannen und, wer hätte es gedacht, auch warmer Orangensaft.

Danach ging es mit dem Bus zur eine Stunde entfernten Terrakotta Armee. Diese ist Teil eines Mausoleums, welches ein bedeutender Kaiser Chinas vor Beginn der Zeitrechnung bauen ließ. Da man zu dieser Zeit glaubte man müsse Gegenstände für das Leben nach dem Tod mit in das Jenseits nehmen, ließ sich der Kaiser u.a. eine Armee von Soldaten aus Terrakotta fertigen, welche über 7000 Mann zählt. Auch Bedienstete und Vieh ließ er sich nachbilden. Obwohl die Grabstätte schon 1974 während eines Brunnenbaus entdeckt wurde, ist sie immer noch nicht vollständig ausgegraben.

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis sind wir zur Universität der Stadt Xi‘an gefahren und haben dort zu Mittag gegessen. Nach dem Mittagessen folgte eine kurze Besichtigung des Geländes. Anschließend haben wir bis zum Abendessen geprobt. Nach dem Abendessen sind wir ins Hotel zurückgekehrt.

Maximilian

Nach der ersten erholsamen Nacht und einem schon zur Routine gewordenen Kaffee ging es um 9 Uhr morgens mit dem Bus zum Museum der Jiaotong University. Vor Ort wurden wir von fast ausschließlich chinesischen Schriftzeichen empfangen. Anhand von Bildern ließ sich dann doch noch die Entwicklung der Jiaotong University nachvollziehen.

Nach dem Mittagessen in der Mensa der Uni haben wir den Tao Tempel von Xi’an besucht und dort gelernt taoistisch zu beten. Am Abend durften sich dann sowohl Studenten als auch Professoren der Uni über unsere erste musikalische Darbietung in China freuen. Nach der Ansage, dass in China grundsätzlich keine Zugaben gespielt werden, wurden wir unter tosendem Applaus doch noch dreimal auf die Bühne gebeten.

Beim nachgeholten Abendessen in Form einer legendären Nudelsuppe wollte sich unser Sänger dann mit nicht weniger als zehn extra Löffeln Chili zufriedengeben.

Wie wir an der großartigen Stimmung im Publikum bemerken konnten, sind also auch die Chinesen auf jeden Fall kompatibel mit Jazz.

Florian

Nachdem der Tag etwas entspannter und später anfing als vorgesehen sollten wir von Frau Cao nun einen buddhistischen Tempel gezeigt bekommen. In China ist der Buddhismus die populärste Religion, die Sicherheitsvorkehrungen und die Menschenanzahl vor Ort bestätigten dies. Auch hier demonstrierte uns Frau Cao noch einmal das Gebetsritual der Religion, welches übrigens ohne Sprache auskommt.

Nach einem erneuten Sicherheitscheck ging es dann auf die Wildganspagode (großer Turm). Dieses Bauwerk ist ca. 1400 Jahre alt und 64m hoch, für diese Zeit ein architektonisches Meisterwerk. Auf jeder Etage befanden sich religiöse Funde und verschiedene Buddhas. Und ganz oben wartete ein Ausblick, für den sich das enge Treppenhaus voll mit Chinesen zu erklimmen gelohnt hat.

Nachdem wir ein weiteres Kantinenessen verzehrt hatten ging es zum Steelenmuseum. Dort konnten wir unzählige beschriebene Steelen (große Steine) besichtigen, deren sicherlich große Weißheiten leider nur auf Chinesisch verfügbar waren.

Auf Einladung unserer chinesischen Gastgeber durften wir am Abend einer traditionellen chinesischen Theateraufführung beiwohnen. À la GOP gab es vor der Inszenierung ein leckeres Essen.

Zurück im Hotel eröffnete sich für einige Bandmitglieder noch die Möglichkeit, mit fünf chinesischen Studenten einen gemeinsamen Abend in einem Barbecue Restaurant zu verbringen.

Mit neuen Freundschaften, einem vollen Bauch und einem stylischen Haarschnitt für unseren Leadtrompeter Johann endete damit auch unser fünfter Tag in China.

Karl und Jonas

Am Vormittag haben wir die kleine Wildganspagode besucht. Dieses außergewöhnliche Gebäude steht auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China und ist seit 2014 eine UNESCO-Welterbestätte. Die Pagode, ein „Tempel des Aufbewahrten Glücks“,  wurde in den Jahren 707 bis 709 westlicher Zeitrechnung errichtet. Ursprünglich hatte sie insgesamt 15 Stockwerke, büßte jedoch durch mehrere Erdbeben ihre beiden oberen Geschosse ein. Mit den verbliebenen 13 Stockwerken erreicht sie heute eine Höhe von etwa 43 Metern. Leider konnte die Pagode selbst nicht betreten werden. Sie liegt aber in einem ausgedehnten Tempelgebiet, mit sehr alten Bäumen, in dem es Spaß machte, herumzulaufen. Viele nutzten hier die Möglichkeit, eine der riesigen, traditionellen Glocken anzuschlagen. Anders als in Europa werden diese nicht von einem innenliegenden Klöppel zum Klingen gebracht, sondern durch einen quer zur aufgehängten Glocke angebrachten Baumstamm, den man gegen die prächtig verzierte Glocke schlägt. Die Lautstärke der Glocke war wirklich ohrenbetäubend, so sorgten die Schwingungen dafür, dass bei jedem Glockenschlag das Wasser in einem naheliegenden Behältnis überlief.

Das Mittagessen wurde wieder in der Mensa der Universität eingenommen und im Anschluss nutzten einige Bandmitglieder die Möglichkeit, mit chinesischen Studenten im Musikgebäude der Universität zu jammen oder sich bei strömenden Regen im Fußball zu messen.

Am späten Nachmittag besichtigten wir die Stadtmauer von Xi’an auf. Diese wirklich beeindruckende, über 600 Jahre alte Mauer ist 12 Meter hoch und am Boden 15 bis 18 Meter breit, an der Mauerkrone 12 bis 14 Meter. Auf der Außenseite der Mauer befinden sich insgesamt 5894 Zinnen. Neben den 98 Türmen entlang der Mauer sind drei der vier großen Ecktürme erhalten. Früher gelangte man über Zugbrücken zu diesen Toren, morgens wurden die Tore nach einem Signal des Glockenturmes geöffnet, abends wurden die Zugbrücken nach einem Signal des Trommelturmes hochgezogen. Die Stadtmauer ist fast 14 Kilometer lang, zum Laufen ist das etwas zu weit. Deswegen umfuhren wir die gesamte Stadtmauer auf geliehenen Fahrrädern, einige sogar auf Tandems. Einige Bandmitglieder waren nach diesen 14 Kilometern so erschöpft, dass sie sich nicht in der Lage fühlten, die geplanten zweite Umfahrung (einmal links, einmal rechts herum) noch zu schaffen. Sie gaben ihre Fahrräder vorzeitig ab. Als die zweite Umfahrung geschafft war, setzte die Dämmerung ein und durch unzählige Lichter beleuchtet, sah die Stadtmauer besonders schön aus.

Rund um die Stadtmauer ist ein Park angelegt, an dem die Bewohner Xi’ans sich abends treffen, um sich zu unterhalten, gemeinsam zu tanzen, zu singen, Sport (z.B. Tischtennis) zu treiben, Thai Chi zu praktizieren usw. Einige aus der Band nutzten den Rückweg zum Hotel, um bei verschiedenen Tanzgruppen – zur Begeisterung der Chinesen – mitzumachen oder sich im Tischtennis mit Chinesen zu messen.

Als spätes Abendessen wurde erneut die allgemein in der Band beliebte Nudelsuppe eingenommen.

Thi

Nach unserem letzten Frühstück in Xi’an und der Verstauung der Koffer in der Hotellobby brachen wir zum Glocken- und Trommelturm auf. Als erstes besichtigten wir den Glockenturm, welcher früher morgens mithilfe eines Glockenschlages das Herunterlassen der Zugbrücken veranlasste. Danach besichtigten wir den Trommelturm, der abends durch den Trommelschlag das Hochziehen der Zugbrücken veranlasste. Am Anschluss daran standen uns ca. 2 Stunden Freizeit zur Verfügung, die von den meisten zur Besichtigung der vielen Shops und Malls genutzt wurden. Zum Mittagessen gab es Maultaschen und Nudeln in unserem altbegehrten ,,Nudelschuppen“ am Hotel, was wie immer sehr lecker war. Die übriggebliebenen Maultaschen nahm Jan mit freudigem Grinsen entgegen. Nachdem alle satt waren gingen wir zurück in die Hotellobby, in der die Zeit bis zum Abendessen mit Schlafen, Spielen, Lernen oder Lesen genutzt wurde. Dann sind wir mit dem Bus zum letzten Essen in der Unimensa gefahren und fuhren von dort aus direkt zum Flughafen. Leider hatte unser Flugzeug Verspätung, wir sind aber trotzdem gut nach 1 1/2 Stunden Flugzeit in Zhangjiajie gelandet. Der Bus, der am Flughafen auf uns wartete, war jedoch sehr klein, was dazu führte, dass der Sitzbereich auch mit unseren Koffern und Instrumenten vollgepackt werden musste, was ein sehr lustiges Erlebnis war. Als wir am Hotel ankamen waren wir alle sehr müde und haben nur noch einmal kurz besprochen, wann wir uns morgens treffen und haben unsere Zimmerkarten erhalten. Gegen 2 Uhr war der ereignisreiche Tag dann auch endlich vorbei und wir konnten schlafen gehen.

Greta und Marit

Mit Wanderschuhen und Gepäck für eine Nacht starteten wir in den Tag. Heute hatten wir unser erstes Frühstück auf der Straße. Naja, genau genommen in einem kleinen Familienrestaurant. Danach sind wir mit dem Bus zum Zhangjiajie National Forest Park gefahren, um dort zu wandern. Um das Vorstellungsvermögen zu erhöhen: Das ist der Park, in dem Avatar gedreht worden war. Was in dem Film aber nicht vor kam waren die Affen. Sie warteten schon mit Heißhunger am Wegrande auf uns.

Nach der Einführungsrunde aßen wir Mittag innerhalb des Parks. Dann ging es richtig los, und zwar nach oben. Aber nicht allein… Fritz-Hugo (Herbert), ein Hund, hat uns lange begleitet. Vielen fiel das viele Treppensteigen viel schwerer als gedacht. Ein Teil von uns ist dann noch einen abenteuerlichen Weg zu einer Aussichtsplattform auf einer Felsabspaltung geklettert. Der andere Teil hat aus gesundheitlichen Gründen gewartet. Beide Gruppen hatten laut der Geschichten, die wir uns dann erzählt haben, sehr viel Spaß. Dann ging es auch schon mit dem Bus zum Hotel und es wurde zu Abend gegessen. Am nächsten Tag hatte ein Bandmitglied Geburtstag weshalb es noch eine kleine Pyjama-Party gegeben hat.

Ada und Milla

Der zweite Tag im Zhangjiajie national forest park begann für unsere Trompeterin Milla ganz besonders, die KKS Big Band sang ihr zur Feier ihres 16. Geburtstages ein Ständchen am Frühstückstisch. Nach dem Auschecken vom Hotel ging es wieder in den Bus. Aus dem Bus ausgestiegen wurden wir von einer Hand voll chinesischer Händlerinnen empfangen, die uns für ein entsprechendes Endgeld bunte Regenponchos anboten. Bei der anschließenden verregneten Wandertour bekamen wir zwar viele Regenschirme von den gewohnt drängelwütigen Chinesen ins Gesicht, konnten den Anblick, der sich uns bot, jedoch nur genießen. Dem schlechten Wetter geschuldet hingen Nebelschwaden in den Schluchten der Säulen des Gebirges, wodurch es nur noch schöner und mystischer wirkte. Die Stimmung in der Band verbesserte sich außerdem deutlich, da wir dem Gedrängel der großen Masse entfliehen konnten, was zwar erneut tausende Treppenstufen bedeutete, anders als am Vortag glücklicherweise größtenteils Bergab und mit Musik aus der Bluetooth Box von Johann. Nach den Treppen wartete ein kleiner touristisch geprägter Marktplatz auf uns. Dort gab es außer typisch chinesischem Streatfood auch Obst und Eis. Nach kurzem Fußweg ging es zurück zum Bus, der uns ins Hotel brachte. Zu unser aller Unmut nicht wie geplant in unser Basishotel, wo noch unsere Koffer auf uns warteten, sondern in ein näher gelegenes Hotel. Da musste es dann auch ohne Duschen und frische Kleidung gehen.

Jonas

Das Erwachen am dritten Tag im Zhangjiajie national forest park war für einen Großteil der Band eisig. Das neue Hotel erwies sich als löcherig. Hier fehlte ein Fenster, dort war ein Loch in der Wand. Zur Abwechslung schien heute mal die Sonne, blöd nur, dass die kurzen Hosen bei dem ein oder anderen im Basishotel geblieben waren. Jedenfalls wurden wir an jenem sonnigen Tag erneut mit dem Bus höher in die Berge gefahren. Dieses mal konnten wir eine Glasbrücke besichtigen, die über eine tiefe Schlucht führte. Die Brücke war zwar nicht ganz aus Glas, bescherte uns aber dennoch einen tollen Blick aufs Tal durch die Fenster im Boden der Brücke. Nach einem längeren Treppenmarsch konnten wir uns die Schlucht nun auch von unten anschauen, was wirklich wunderschön war, da etliche kleine Wasserläufe und tropische Flora und Fauna uns beeindruckten. Nach unserer zweiten kurzen Bootsfahrt an diesem Tag ging es zurück in den Bus. Die erste Bootsfahrt war noch vor der Glasbrücke in einer Grotte gewesen. Jene Grotte war zwar beeindruckend groß und hübsch bestrahlt, doch leider verschwand ein Großteil der Stalagtiten in den, wohl aus Sicherheitsgründen, einbetonierten Wänden. Am Ende dieses ereignisreichen Tages waren wir alle froh darüber, wieder bei unseren Koffern im Basishotel zu sein und wieder in unsere gemütlichen Sneaker schlüpfen zu können. Die Eindrücke aus dem Zhangjiajie national forest park werden wir aber wohl alle nie vergessen.

Jonas

Unser letzter Tag in Zhangjiajie hatte es in sich. Um 08.00 Uhr brachen wir auf, um den Hausberg der Stadt zu besuchen, den Tianmen, der 1519 Meter hoch ist. Ein Zubringerbus brachte uns zum Fuß der Bergstraße, die sich in 99 Kehren den Berg hochwindet, die in einem Kleinbus mit erstaunlich sportlicher Fahrweise überwunden wurden. Nun standen wir am Fuß einer 999 Stufen umfassenden geraden Treppe, die zum großen Felsentor des Tianmen führt. Nach den vielen Treppen der Vortage fiel dem einen oder anderen das Ersteigen der Treppe sichtbar schwer, aber schließlich waren wir oben. Wir durchschritten das große Felsentor und gingen durch eine Tür und stießen plötzlich auf eine Rolltreppe. Denn tatsächlich, die fast 500 letzten Meter bis zum Berggipfel wurden mit insgesamt sieben langen Rolltreppen überwunden, was allein fast eine Viertelstunde dauerte.

Nun waren wir oben, genossen die wirklich wunderschöne Aussicht, quälten uns durch die wieder einmal beachtlichen Menschenmassen, die sich durch einen Aussichtsweg rund um die Bergspitze inklusive einem Abschnitt mit Glasboden schoben. Nach einer kurzen Verzögerung, weil wieder einmal ein Teil der Band verloren gegangen war, fuhren wir mit der längsten Seilbahn der Welt die 7,5 Kilometer bis zum Stadtzentrum von Zhangjiajie ab.

Von dort ging es – unterbrochen von einem Mittagessen in einem Restaurant – zur Zhangjiajie Jinhai Experimental School, einer große Privatschule mir fast 2000 Schülerinnen und Schülern, in der wir ein Konzert spielen sollten.

Wieder einmal waren wir beeindruckt von der Ausstattung und der Qualität der Schulanlage (Sportstätten, Versammlungsräume etc.). Uns blieb aber nicht viel Zeit: Aufbau der Bühne, Soundcheck, Umziehen und schon ging es los. Hatte der Auftrittsort zuerst den Eindruck einer großen Fabrikhalle mit Bühne gemacht, so trauten wir unseren Augen kaum, als wir nun die Bühne betraten. Der Raum hatte sich innerhalb von nur 30 Minuten komplett verwandelt: Nun saßen dort 2000 Schülerinnen und Schüler akkurat aufgereiht und blickten uns an. Nach einer kurzen Begrüßung spielten wir das vielleicht verrückteste Konzert in der Geschichte der Band. Waren die Schülerinnen und Schüler zunächst noch sehr zurückhaltend und reagierten auf jedes Stück mit einem kurzen, festgelegten Applausrhythmus, brach diese steife Haltung nach und nach auf. Als unser Sänger Santiago dann beim vorletzten Stück durch die Reihen des Publikums lief, gab es ekstatische Begeisterung. Unser letztes Stück, „Stadt mit Keks“, wurde sicher noch nie so gefeiert wie von diesen begeisterten jungen Menschen. Nach dem Konzert war es kaum möglich in den Backstageraum zu kommen, jedes Bandmitglied wurde wie ein Rockstar belagert und es gibt kaum jemanden aus der Band, der nicht mindestens 100 Autogramme gegeben hat.

Anschließend wurden wir von Schulküche opulent versorgt. Es gab nicht nur ein reichhaltiges Essen, sondern darüber hinaus ein Essen, das sich bemühte zumindest teilweise westlich geprägt zu sein. Die Begeisterung war entsprechend groß.

Dann mussten wir auch schon zum Flughafen und kämpften uns durch die Automassen der Eltern, die ihre Kinder im Grundschulalter von der Schule abholten Den Grundschüler haben an dieser Schule von 07.30 Uhr bis „nur“ 19.30 Uhr Unterricht, alle S’uS der weiterführenden Klassen bis 21.30 Uhr.

Leider hatte unser ohnehin später Flug noch über zwei Stunden Verspätung, sodass wir erst um 04.00 Uhr in Peking landeten und erst um 05.00 Uhr in unseren Hotelzimmern waren.

Thi

Am Donnerstag, den 18. April sind wir nach mehreren Stunden Verspätung um 5 Uhr morgens in unserem Hotel in Peking angekommen. Nachdem wir bis 12:00 Uhr schlafen durften erhielten wir ein Frühstück im Restaurant nebenan, in dem es traditionell chinesische Wraps gab. Nach dem Frühstück haben wir uns dann auf den Weg zur verbotenen Stadt gemacht, die wir dann mehrere Stunden lang besichtigt haben. Die verbotene Stadt, die damals nur für den Hofstaat und den Kaiser und nicht für das normale Volk zugänglich war, sieht aus wie ein riesiger Tempel mit sehr vielen verschiedenen Gebäuden und einem großen Garten. Die verbotene Stadt wurde von 1406-1420 in der Ming-Dynastie gebaut und ist somit ungefähr 600 Jahre alt. Nach der verbotenen Stadt hatten wir noch etwas Freizeit und genossen ungefähr um 18:00 Uhr ein sehr leckeres Abendessen in einem Restaurant. Danach hatten wir noch einen entspannten Abend im Hotel.

Tristan

Am Freitag sind wir morgens nach einer anderthalbstündigen Fahrt bei der chinesischen Mauer angekommen. Die Mauer, die gebaut wurde um sich gegen die Mongolen zu schützen, war Forschungen zufolge mal über 20.000 km lang, ist heute aber natürlich nicht mehr vollständig erhalten, weswegen wir nur einen kleinen Teil besichtigen konnten. Die Mauer, die schon 700 v. Chr. angefangen wurde zu bauen, wurde durch alle Dynastien hindurch verstärkt und vergrößert. Es gab sogar einzelne Türme Kilometer weit vor der Mauer, um vor Feinden zu warnen. Durch ein komplexes System von Signalfeuern und Rauchzeichen konnte man auch sehr schnell Truppen an verschiedenen Stellen der Mauer schicken, um die Gefahren zu bannen.

Nachdem wir auf der Mauer waren sind wir mit dem Bus zurück nach Peking gefahren und zwar in eine Schule, die Highschool Nummer 18, wo wir dann ein Konzert gegeben haben und uns Beiträge der chinesischen Schüler angehört und angeguckt haben. Danach sind wir wieder ins Hotel gefahren und haben ein chinesisches Feuertopfgericht gegessen. Nach dem Essen hatten  wir den Abend frei und waren sehr froh, dass der nächste Tag erst um 9:30 Uhr begann.

Tristan

Unseren letzten richtigen Tag in Peking und damit China ließen wir etwas ruhiger angehen. Erst um 09.30 Uhr trafen wir uns zur Abfahrt in der Lobby des Hotels, trotzdem schafften es auch an diesem Tag wieder einmal nicht alle Bandmitglieder rechtzeitig aufzustehen und pünktlich zu sein. Erstaunlich.

Mit leichter Verspätung ging es zum Himmelstempel im Süden von Peking. Er wurde 1998 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Tempelanlage ist mit 2,7 Millionen Quadratmetern das größte seiner Art im Land. Erbaut wurde sie im Jahre 1420, dem 18. Jahr der Herrschaft von Ming-Kaiser Yongle. Der Tempel ist der Ort, an dem Kaiser dem Himmel für gute Ernten dankten, was die Pekinger noch heute an dieser Stelle tun. Einige von uns nutzten die Gelegenheit, den „Mittelpunkt der Erde“ zu erklimmen, eine kreisrunde Erhöhung auf dem Tempelgelände, die von den Chinesen für den Mittelpunkt der Welt gehalten wird.

Im Anschluss besuchten wir eine Mall, in der mit echten und fast echten Markenartikeln gehandelt wurde. Da war Verhandlungsgeschick und Härte gefragt. Auch wenn nicht jedes Geschäft wirklich ein sehr guter Deal war, war das eine sehr interessante Erfahrung.

Nachmittags stand Kofferpacken auf dem Programm und abends genossen wir noch einmal Feuertopf auf Pekinger Art.

Thi

Zum ersten Mal auf der Fahrt waren alle pünktlich um 05.30 Uhr in der Lobby, sodass das Auschecken stressfrei für die Begleitpersonen ablaufen konnte. Pünktlich um 06.00 Uhr konnte der Bus in Richtung Flughafen abfahren. Routiniert wurden die Kontrollen absolviert und der Flieger bestiegen, der pünktlich um 10.30 Uhr Ortszeit abhob.

Nach etwas über neun Stunden Flug landeten wir pünktlich in Frankfurt (Ortszeit 14.35 Uhr) und wieder Kontrollen, zum Gate und warten. Beim Flug von Frankfurt nach Hannover konnten wir zum ersten Mal nicht alle Instrumente als Handgepäck mitnehmen, was jetzt aber nicht mehr so schlimm war, weil der Flieger ja nicht mehr so hoch flog.

Um 18.00 Uhr landete das Flugzeug in Hannover und kurze Zeit später konnten wir unter großem Hallo des beachtlich großen Willkommenskommandos die letzte Absperrung durchqueren.

Thi