
„Fruitful Debates“ — Bermun im November 2025
„Aufbau einer regelbasierten Ordnung, um dem Autoritarismus zu widerstehen“ — so oder so ähnlich lässt sich das Motto der letzten Bermun-Konferenz übersetzen.
Bermun, kurz für Berlin Model United Nations, ist ein Planspiel, bei dem mehrere Gremien der Vereinten Nationen simuliert werden. Auch in diesem Schuljahr haben sich vom 19. bis zum 22. November 2025 Schüler*innen aus 20 verschiedenen Ländern in der JFK-Schule Berlin zusammengefunden, um aktuelle, weltpolitische Themen zu debattieren. Unter ihnen: sechs Schüler*innen aus der KKS Hannover.
Unter der Leitung von Ulrike Angersbach konnten wir die insgesamt 34. Bermun-Konferenz wahrnehmen. Zwei von uns waren schon einmal in Berlin mit dabei. Der Rest hat schon an mindestens einer anderen Mun-Konferenz teilgenommen.
Unsere Reise beginnt am Hannover Hbf, wo wir uns treffen und gemeinsam zum Veranstaltungsort der Eröffnungszeremonie in Berlin fahren. Dort angekommen, schlüpfen wir in die Rolle von UN-Delegierten, samt Anzug und Ansteckclip, der uns als solche ausweist.
Die Konferenz beginnt für uns mit der Eröffnungszeremonie, bei der außer Beiträgen von Gastredner*innen und der eindrucksvollen Darbietung eines ukrainischen Ballettensembles, auch die Eröffnungsreden von Botschafter*innen einiger Länder auf dem Programm stehen. Auch aus unserer Schule stellt Philipp (Jg. 12) als Botschafter Indonesiens in seiner Rede die Agenda Indonesiens vor. Während es für zwei von uns dann schon in die Gremien geht, sind die anderen den restlichen Tag über beim zweiten Teil der Eröffnungszeremonie.

Danach gehen wir alle — mit einem kurzen Umweg über unsere Jugendherberge — bei einem Italiener essen, der mittlerweile zum Stammrestaurant der KKS während der Konferenzen geworden ist.
In den drei darauffolgenden Tagen machen wir uns in verschiedenen UN-Gremien für die Interessen unseres jeweiligen Landes stark. Dieses Jahr wurden uns die Länder Indonesien und Nord Mazedonien zugeteilt. Jedes der Gremien hat zwei Debattenthemen, die alle mit dem oben aufgeführten Leitmotto zu tun haben.
Ich habe beispielsweise Nord Mazedonien unter anderem in einer Debatte über die Rolle der NATO in der „Situation in der Ukraine“ vertreten.
Bei den Debatten vertreten wir den Standpunkt unseres Landes und versuchen seine Ziele durchzusetzen, unter anderem indem wir uns verbündete Länder suchen, die ähnliche Anliegen verfolgen. Gemeinsam mit den anderen Delegierten in unserem Gremium arbeiten wir auf eine Resolution hin, die möglichst viele Delegationen unterschreiben können. Auch wenn uns am Ende keine Lösung gelingt, die für alle Parteien passt, sind die Debatten meist eine bereichernde Erfahrung.

Als Teilnehmende lernen wir, was es heißt, den Ländern, die wir vertreten Stimme geben, Kompromisse zu verhandeln, lösungsorientiert zu denken und anderen zuzuhören. Man lernt die Debattenregeln und Fakten über Länder, von denen wir vorher kaum etwas gewusst haben. Außerdem haben wir die Gelegenheit, verschiedenste Leute kennenzulernen und uns auszutauschen. Die Arbeit in den Gremien bietet die Möglichkeit, die Welt aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und dabei die persönliche Meinung zu hinterfragen oder zu festigen — unerlässliche Qualitäten, um sich autoritären Strukturen zu widersetzen, um auf das Leitmotto zurückzukommen.
Die langen Tage voller „fruitful debates“ im Gremium haben uns stets erschöpft und wenig freie Zeit gelassen.
Am dritten Tag, dem Freitag, steht nach der Konferenz ein Besuch der Indonesischen Botschaft in Berlin auf unserem Plan — sicherlich eines der Highlights unserer Zeit in Berlin! Auf die Empfehlung der freundlichen Mitarbeiter hin gehen wir im Anschluss Indonesisch essen.

Der Samstag läutet das Ende der Bermun-Konferenz ein. Morgens wird noch fleißig debattiert, bevor wir mittags unsere Ansteckclips abgeben und in Busse steigen, die uns zu einem separaten Veranstaltungsort bringen, an dem die Abschlusszeremonie stattfindet. Dies ist die letzte Möglichkeit, uns persönlich von unseren Lieblingsmenschen zu verabschieden, denn unmittelbar nach der Zeremonie machen wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof.

Wir fahren zum Hannover Hauptbahnhof zurück, wo sich unsere Wege trennen und uns der schulische Alltag schnell wieder einholt.
So endet eine intensive, erfahrungsreiche Woche für uns sechs Schüler*innen der KKS. Der Konflikt in der Ukraine ist nicht gelöst. Und doch fühlt es sich für mich kurz so an, als hätten wir die Welt ein kleines Stück besser gemacht.
Unser aufrichtiger Dank gilt dem Freundeverein der KKS, der unseren Besuch dieser 4-tägigen Konferenz unterstützt hat!
Paula (Jg. 12)

