Kontrollverlust und verlorene Freiheit

Medizinstudent*innen warnen vor dem Rauchen

Wer von euch hat schon mal geraucht? Wessen Freunde rauchen? Bei wem wird in der Familie geraucht? – Auf diese Fragen offen und ehrlich zu antworten, fiel manchen Schüler*innen bei der jahrgangsübergreifenden Präventionsveranstaltung für die 7. Klassen nicht gerade leicht, denn sie wissen natürlich alle, dass das Rauchen gefährlich und schädlich ist. Und dennoch scheint der Griff zur Zigarette gelegentlich verlockend. Warum das so ist und was beim Rauchen eigentlich süchtig macht, erklärten Student*innen der Medizinischen Hochschule Hannover am 2. November 2021 bei einer Präsentation in der Aula.

Es ging um die Wirkung des Nikotins auf das Belohnungszentrum im Gehirn, körperliche Reaktionen, den Kontrollverlust und das Suchtverhalten – vom ersten Interesse über das Probieren und die Gewöhnung bis hin zur Sucht. Gesprochen wurde über Inhaltsstoffe von Zigaretten, E-Zigaretten und Shishas, Kinderarbeit bei der Tabakernte und Umwelteinflüsse, die der Tabakanbau mit sich bringt. Anhand von Beispielen zeigten die Referent*innen, wie die Tabak-Werbeindustrie gezielt auf junge Menschen ausgerichtet ist, um sie zu beeinflussen und zum Rauchen zu animieren.  Ihnen wird die Illusion vermittelt, sich dabei mit anderen zusammen frei zu fühlen. Doch wer raucht, verliert die Freiheit,  wird nämlich süchtig. Schon die erste Zigarette birgt die Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten, warnten die Student*innen.

Anschließend zeigten sie den Schüler*innen in den Klassenräumen spielerisch und anhand von Modellen, welche organischen Folgen auftreten, wie sich beispielsweise das Hautbild verändert. Am interessantesten war es, anhand einer App zu sehen, wie fahl und faltig sie in 15 Jahren als Raucher*in aussehen würden. Dass sich auch ihr Klassenlehrer zu diesem digitalen Experiment bereiterklärte, war natürlich toll.

Zuletzt versammelten sich alle auf dem Schulhof zu anschaulichen Experimenten rund ums Rauchen. Als modellweise eine Zigarette abgebrannt wurde, reagierten die Schüler*innen mit: „Boah, das stinkt voll.“ Und als sich ein Papierfilter vom Rauch intensiv braun verfärbte, hieß es nur noch: „Alter, sieht das schlimm aus.“

Es bleibt also nach dieser Veranstaltung einmal mehr zu hoffen, dass möglichst viele Schüler*innen langfristig einer möglichen Versuchung zu rauchen widerstehen. Danke an die Biologielehrerin Frau Klein für die Organisation und an den Freundeverein der KKS für die großzügige Finanzierung der Veranstaltung.

(H.N.)