#OpertrotzCorona

Ein virtueller Opernbesuch der Klasse 9B

Wir, die Klasse 9B, haben uns am Samstag, den 20. Februar gemeinsam die Oper „Trouble in Tahiti“ angesehen. Da ein normaler, uns bekannter Opernbesuch aufgrund der Corona-Pandemie zur Zeit leider nicht möglich ist, haben wir es uns zu Hause gemütlich gemacht und die Oper über einen Livestream im Internet verfolgt. Um uns dabei sogar noch untereinander austauschen zu können, haben wir uns im Vorhinein in einem Gruppenchat zusammengefunden und die Unterhaltung während des Stücks einfach nebenbei weiterlaufen lassen, was das Gefühl des gemeinsamen Guckens noch einmal verstärkt hat.

In dem Stück geht es um das Ehepaar Dinah und Sam, das schon seit längerer Zeit verheiratet ist und ein gemeinsames Kind hat. Obwohl die beiden noch zusammen leben, verbringen sie kaum noch Zeit miteinander, sondern sind sich eher überdrüssig und flüchten sich in ihren eigenen Alltag. Als Dinah eines Tages ins Kino verschwindet, um Sam aus dem Weg zu gehen, läuft dort gerade der Film „Trouble in Tahiti“ aus der Traumfabrik Hollywood, in welchem sie sich in ein schöneres Leben hineinträumt. Um der geplanten Problemaussprache der beiden am Abend aus dem Weg zu gehen, schlägt Sam Dinah vor, ins Kino zu gehen, in welchem sie sich den gerade laufenden Film ansehen: „Trouble in Tahiti.“

Uns als Klasse hat das Stück insgesamt sehr gut gefallen. Vor allem der Gesang und die damit zusammenhängende Verständlichkeit hat uns alle sehr überzeugt. Die verschiedenen Lieder waren abwechslungsreich gestaltet und die Emotionen gut dargestellt. Uns ist auch aufgefallen, dass das Bühnenbild sehr minimalistisch aufgebaut war, wodurch es zwischenzeitlich etwas schwierig war, in die dann doch ab und zu etwas abstrakte Handlung einzusteigen. Dennoch passte es im Rückblick zu jeder Szene.

Am darauffolgenden Freitag wartete noch eine ganz besondere Musikstunde auf uns. In einer Videokonferenz hat uns der Dirigent der Oper, An-Hoon Song, von seiner Arbeit und dem Orchesteralltag erzählt. Er ist vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen und hat schon über 50 Opern dirigiert. An Erfahrung mangelt es ihm also nicht. Freundlich und offen hat er all unsere Fragen beantwortet und uns so einen interessanten Einblick hinter die Kulissen ermöglicht.

An-Hoon Song hat uns von seinem Weg zum Dirigenten erzählt und wie lange diese Ausbildung dauert. Außerdem haben wir verstanden, dass der Weg zur Prämiere ein langer, aufwendiger Prozess ist, der sich meist über ein ganzes Jahr zieht.

Der Alltag der Sänger und des Orchesters hat sich, wie bei uns allen, stark verändert. Es gibt viele Regeln und Einschränkungen, welche die Proben und die Aufführungen verändern und erschweren. Zum Beispiel müssen die Sänger auf der Bühne Abstand halten und können so nicht miteinander interagieren. Das Bühnenbild muss simpel gehalten werden, da die Requisiten jedes Mal desinfiziert werden müssen und das sehr aufwendig und zeitraubend ist. Da musste eben improvisiert werden.

Trotz aller und vielleicht gerade wegen dieser vielen Änderungen hat uns die Oper sehr gut gefallen und wir danken den Sängern, dem Orchester und dem Dirigenten, sich so viel Mühe gegeben zu haben. Es sehr schön, dass dieser Opernbesuch trotz Corona ermöglicht worden ist! Wir hatten nämlich viel Spaß und haben viel gelernt.

Bericht von Malin und Jule, beide Klasse 9B