 | Eckhard Franklin liebt die Herausforderung, die sportliche ebenso wie die intellektuelle. Als Abenteurer hat der Lehrer für Mathematik, Sport und Informatik die venezolanischen Anden durchstreift, den Berggorillas in den Bambuswäldern Ruandas gegenüber gestanden und neben den gewaltigen Murchison Falls in Uganda gezeltet. Als Kulturreisender hat er unter anderem die südostasiatischen Länder Kambodscha und Vietnam bereist und als Pilger die 800 Kilometer des Camino de Santiago, des sogenannten Jacobsweges, von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela im Norden Spaniens zurückgelegt. Jetzt hat der 55-jährige gebürtige Lübecker einen beruflichen Gipfel erklommen. Seit dem 1. August ist Franklin Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule. Er tritt damit die Nachfolge von Gerd Köhncke an, der Ende des letzten Schuljahres in Pension ging. „Ich bin mit Leib und Seele Lehrer", erzählt der zweifache Familienvater, der 24 Jahre lang am Matthias-Claudius-Gymnasium in Gehrden unterricht hat. „Es gibt nichts Spannenderes als Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten." |
Seinen Wechsel an die Käthe begründet Franklin damit, dass er nach Jahren als stellvertretender Schulleiter wieder eine neue Herausforderung gesucht habe. „Über die Käthe hatte ich viel Gutes gehört: Angenehme Schulatmosphäre, Klimaschutzprojekte, Bläserklasse, französisches Abitur." Außerdem könnte das Traditionsgymnasium an der Podbi für den passionierten Sportler wieder eine echte Herausforderung sein. Mit 1163 Schülern ist die Schule das größte Gymnasium im Stadtgebiet. Im nun anrollenden Doppeljahrgang werden voraussichtlich 185 Schüler durch das Abitur geführt, so viele wie noch nie. Parallel dazu sind alle inzwischen eigenverantwortlichen Schulen angehalten, ihre Qualität zu prüfen und zu verbessern, neue Lehrpläne umzusetzen und in immer weniger Zeit immer mehr Lehrstoff zu vermitteln. Eine schwierige Aufgabe, die den analytischen Blick des Mathematikers und die Kondition des Sportlers erfordert. Franklin, der in Hannover studiert hat, will die Käthe fit für die Zukunft machen. „Um erfolgreich zu sein, müssen Schulleitung und Kollegium ein echtes Team bilden", ist Franklin überzeugt. Wichtig seien dafür gemeinsame Ziele, intensive Kommunikation, Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit im Umgang miteinander. Konkreter will der Neue noch nicht werden. „Ich bin im Moment dabei, den Schulalltag an der Käthe zu beobachten, Schüler-, Eltern- und Kollegengespräche zu führen und meine Ergebnisse auf kleinen Zetteln zu notieren", erläutert Franklin. Zu Hause in Langenhagen habe er einen Kasten aufgestellt, in dem er seine Notizen sammle. „Ich habe mir ein paar Wochen Zeit gegeben, dann werde ich den Kasten leeren, Bilanz ziehen und Kollegen, Eltern und Schülervertreter zu einer Zukunftskonferenz einladen. Dann müssen wir stärken, was gut läuft und ändern, was verbesserungsbedürftig ist." Was bisher so auf den Zetteln steht, will der Schulleiter nicht verraten. „Dazu ist es noch zu früh." Aber er gibt einen Einblick, wie für ihn die ideale Schule aussehen könnte: kleine Klassen, professioneller Unterricht, moderne Ausstattung, intensive Elternarbeit. „Ich wünsche mir eine Schule, die ihre Unterrichtsqualität ständig verbessert, die fördert und fordert und ein Ort ist, der den Schülern Anregung und Freiräume bietet, die von ihnen selbstständig genutzt werden können." men |