Unterwegs zur WalhallaLeonie Steiner berichtet von der Fahrt der Käthe-Kollwitz-Projekt-Gruppe am 15.-16.Juni 2010 nach Regensburg.
Nach einem langen Schuljahr, in dem wir uns ausführlich und intensiv mit Käthe Kollwitz und unserem Vorhaben, eine Büste dieser Künstlerin in der Walhalla aufstellen zu lassen, beschäftigt hatten, stand nun der Besuch in Regensburg an, dem Standort des griechischen Tempels. Dank eines Zuschusses vom Förderverein für jedes Kursmitglied war es möglich, diese Reise anzutreten und unserem Projekt einen lohnenden Abschluss zu bereiten. Weil diese Fahrt nur über zwei Tage ging und mit einer längeren Zugfahrt verbunden war, trafen sich bereits morgens um 6.15 Uhr im Hauptbahnhof von Hannover am Gleis vier 15 Schülern / Schülerinnen und zwei Lehrerinnen - Frau Meuer und Frau Meyer. Nach einer entspannten Zugfahrt mit dem ICE kamen wir bei bedecktem Wetter in Regensburg an und suchten unseren Weg zum Hostel. Nach einer kurzen Pause zum Verschnaufen pilgerten wir zurück zur Donau, wo das Schiff lag, dass uns zur Walhalla bringen sollte. Die Fahrt dauerte eine dreiviertel Stunde, in der es zwar windig war, aber trocken blieb und wir an Deck sitzen und den Ausblick im Freien genießen konnten. ,,Da, ich sehe sie, das ist sie!', Michael erblickte als Erster den Ehrentempel, was wir ihm hiermit im Nachhinein noch einmal bestätigen, und als wir um eine Biegung fuhren, waren auch wir anderen überzeugt. Da stand sie - oder thronte eher - mitten im Grünen. Das Dunkel der Wälder ringsum und das strahlende Weiß des Gebäudes stellten einen herrlichen Kontrast am Berghang über der Donau dar. Nach dem Anlegen erklommen wir die zahlreichen Treppenstufen. Die einen sprinteten, was sich im Nachhinein als eine weniger gute Idee herausstellte, da spätestens nach der 300. Stufe die Kondition Schwächen zeigte, andere ließen es bei der mittlerweile scheinenden Sonne ruhig angehen und genossen den atemberaubenden Ausblick auf die Wälder und den breiten Fluss. Und dann standen wir vor der Walhalla, diesem mächtigen, prunkvollen und glänzenden Gebäude. Innen war alles ruhig. Diese Stille wirkte eindrucksvoll und es war interessant, sich die Gesichter von unseren deutschen, in Ehren gehaltenen Berühmtheiten anzu-schauen und dabei der einen oder anderen Geschichte von Frau Meuer zu lauschen. Der Innenraum war geprägt von mehrfarbig abgestuften Boden- und Wandflächen aus Marmor, einem Deckenraum mit Figuren aus der germanischen Mythologie und einem rundumlaufenden Fries mit Reliefdarstellungen aus der deutschen Frühgeschichte. Die Walhalla wurde als offenes Baudenkmal konzipiert. Das bedeutet, dass die Reihe der Persönlichkeiten in ungleichen zeitlichen Intervallen ergänzt wird (1990: Albert Einstein; 1998: Konrad Adenauer; 1999: Schwester Gerhardinger; 2000: Johannes Brahms; 2003: Sophie Scholl, 2009: Edith Stein). Ein Schüler entdeckte sofort einen geeigneten Platz für unsere „Käthe". Wir ließen alles noch eine Weile auf uns einwirken, bis wir schließlich den Rückweg antraten und mit dem Schiff nach Regensburg zurückfuhren. Am nächsten Morgen stand uns unser letztes Ziel noch bevor: ein Besuch im Regensburger Dom. Das war ein schöner Abschluss im Herzstück der Stadt. Am schönsten waren die bunten und detaillierten Bilder in den Fenstern des Doms. Zum Schluss möchte ich einen Dank insbesondere an Frau Meuer aussprechen, die uns die Fahrt ermöglicht und das Projekt mit ihrem Engagement, Ehrgeiz und ihrer ganz persönlichen Begeisterung nahe gebracht hat: Es war ein tolles Jahr mit Ihnen und ich hoffe, dass unsere Arbeit Erfolg hat! Schön war es auch mit Frau Meyer, die uns im Unterricht unterstützte und auf der Fahrt begleitete. Es war ein ereignisreiches und belebtes Jahr mit diesem Kurs. Wir konnten uns untereinander besser kennen lernen und etwas zusammen erleben und hoffentlich auch bewegen! Leonie Steiner |