LeidenschaftEin Musikkurs 11/12 und der Chor 2 führen ihre Musikprojekte vor. Alles dunkel. Dann erscheinen riesige Schwarzweißfotos auf der Leinwand und ein paar dunkle Gestalten auf der linken Bühnenseite. Karge Klänge erfüllen den Raum, dazu lyrische Texte, die von Liebe und Verlust handeln. Sprachbilder werden zu Klangbildern - ein Pingpongball auf dem Klavier, ein Herzklopfen auf der Conga. Das Ganze steigert sich und bricht gleich wieder ab. Diese kleinen musikalischen Skizzen, die der Musikkurs von Herrn Thiemann da zauberte, bildeten einmal einen reizvollen Kontrast zu dem, was man sonst so auf dieser Bühne hört. 
Verrückt: Da beschließen ein paar Chormädchen, dass sie ein Musical schreiben und auch gleich aufführen wollen. Wie bitte? Wie soll das denn gehen? Kein Problem, zuerst denkt man sich eine Geschichte aus: Ein Mädchen (oben rechts) ist verzweifelt, weil ihr Traum nicht in Erfüllung geht. Ihre Freundin tröstet sie mit dem Satz: "Es gibt noch andere Dinge im Leben." Und jetzt geht es erst richtig los: Jetzt wird geliebt, gestritten, gezecht und gezaudert. Leidenschaft pur bis zum Happy End, als sich der Komponist und Womanizer (Mitte unten) in das Mädchen (oben rechts) verliebt und die beiden ein Duett singen, dass einem die Augen übergehen. 
Natürlich kann man so eine Story nicht ohne Augenzwinkern und Selbstironie erzählen und wie die Schauspielerinnen das hingekriegt haben, das war klasse! Zum Beispiel gab es da die Szene mit den Stammtischbrüdern, denen der Braten durch militante Tierschützerinnen versalzen wurde. 
Und was war mit der Musik? Ganz einfach, da griffen alle in den großen Topf und jede zog sich ihren Lieblingssong heraus, den sie natürlich auch solo vortrug. Das war schön anzusehen, mit welchem Spaß und welcher Souveränität alle ihre Partien vortrugen und dies auf einem erstaunlichen Niveau. Bei so viel Frauenpower fragt man sich, wo die Jungs eigentlich blieben. Antwort: In der Band :-) 
"Hit the road, Jack" - Zoff auf der Bühne
Am Ende gab es dann noch ein musikalisches Dankeschön an Frau Djahnine (Schauspiel) und Frau Fabricius (Musik), die diesen Kraftakt ein halbes Jahr mit viel Einsatz unterstützt hatten. |