Begegnung mit Sylvie DeshorsAm 12. November fanden sich um 15:00 Uhr rund siebzig Schüler aus Hannover und Umgebung im Musikraum der Wilhelm-Raabe-Schule ein, um den eineinhalbstündigen Auftritt der aus Lyon stammenden Schriftstellerin Sylvie Deshors zu erleben. Diese war im Rahmen einer Autorenlesung nach Hannover
gekommen, um ihr Werk Mon amour kalachnikov vorzustellen. Dieser
Kriminalroman ist eines von vier Büchern, mit denen sich Französischlernende
im Rahmen des Prix des lycéens allemands, so auch die beiden AbiBac-Gruppen
der Käthe-Kollwitz-Schule, derzeit beschäftigen. Insgesamt war die
Autorenlesung mit Madame Deshors eine gelungene Veranstaltung mit vielen
aufgeschlossenen und interessierten Schülern und ihren Lehrkräften.

Sylvie Deshors wurde 1957 geboren. Die Autorin, die keine hauptberufliche
Schriftstellerin ist, betont, dass sie über das Lesen zum Schreiben gekommen
ist. Sie erklärt, dass ihre stete Neugier einen Großteil ihrer Motivation
ausmacht, sich mit Menschen und aktuellen Entwicklungen unserer Gesellschaft
auseinanderzusetzen. Die mit viel Sensibilität ausgestatteten Romanfiguren
werden mit der Realität der alltäglichen Welt konfrontiert. 
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Jugendroman Mon amour
kalachnikov, ein Krimi, der im heutigen Lyon spielt. Die Schüler stellten -
natürlich auf Französisch - interessierte und präzise Fragen zum Titel, der
auf einen gleichnamigen Rocksong anspielt, zu den Personen, die im Roman
durch zahlreiche Perspektivenwechsel in Erscheinung treten, und zu den
verschiedenen Themen des Buches - insbesondere zum Schicksal illegaler
Einwanderer in Frankreich, die zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen wie
moderne Sklaven behandelt werden. Übrigens hat Madame Deshors mit Anges de Berlin einen Krimi verfasst, dessen
Handlung in der deutschen Hauptstadt angesiedelt ist. Dieses Buch hat 2007
beim Festival de Cognac den Jugendbuchpreis für Kriminalgeschichten
gewonnen. Bleibt abzuwarten, ob Mon amour kalachnikov ein ähnliches
Schicksal widerfährt. Die teilnehmenden Schüler werden darüber in mehreren
stadt-, landes- und bundesweiten Juryrunden selbst entscheiden. |