Studienfahrt nach Brüssel vom 28.9.-2.10Im Rahmen der diesjährigen Studienfahrten machte sich eine 15-köpfige Gruppe mit Herrn Köß und Herrn Gieseke als Begleiter auf den Weg nach Brüssel. Da geplant war, möglichst kostengünstig zu reisen, mussten die Reiseteilnehmer auf der Hinfahrt mehrfach umsteigen. Etwas verwirrt war man beim Anblick des Anschlusszuges in Aachen, eines belgischen Interregio, den man eher im Fuhrpark eines Ostblocklandes vermutet hätte. Das hier abgebildete, prähistorisch anmutende Fahrzeug steht im krassen Kontrast zum hochmodernen Bahnhof von Liège Guillemens (Lüttich). 
An der Jugendherberge Bruegel startete am Dienstagmorgen eine Erkundungstour des Zentrums. Zwar war der geführte Stadtrundgang mit drei Stunden unerwartet lang, dafür aber auch überwiegend unterhaltsam. Das dabei entstandene Gruppenfoto wurde im Palais de Justice aufgenommen, dessen Charme sich erst im Inneren des Gebäudes komplett entfaltet. Aufgrund gewisser Konstruktionsmängel wird der Bauherr Poelart gerne mit dem Asterix-Architekten Numerobis verglichen. 
Nach einer kurzen Auszeit, die die meisten Reiseteilnehmer in das vom einheimischen Guide empfohlene Nudellokal Le Mayboom führte, machte sich die Gruppe zum Besuch beim Europäischen Parlament auf. An die Besichtigung des Plenarsaals schloss sich eine sehr anschauliche, von Herrn Schöllmann durchgeführte Informationsveranstaltung zur Organisation der EU an, bei der auch die Möglichkeiten der Arbeit in dieser Institution erörtert wurden. Zum Abschluss hat Jonas im Foyer die deutsche Flagge hochgehalten. 
Diejenigen, bei denen sich nach der zu kurzen Mittagspause der kleine Hunger meldete, nutzten die Gelegenheit, die in der Nähe gelegene Friterie Chez Antoine aufzusuchen, wo einer Internetseite zufolge die weltbesten Pommes gereicht werden. Unsere Beobachter vor Ort fanden die hinter der Jugendherberge gelegene Frittenschmiede allerdings nicht minder attraktiv. 
Nach zwei Tagen auf der frankophonen Insel, die Brüssel innerhalb Belgiens darstellt, stand am Mittwoch eine Fahrt in die malerische Stadt Brügge auf dem Programm. Dort wird mehrheitlich Niederländisch gesprochen, was den Verfasser dieser Zeilen dazu bewog, lieber gleich auf Englisch zu bestellen. Mittelpunkt der von Grachten durchzogenen Altstadt ist der Grote Markt. Von hier starten Carina und Kai, die rechts im Bild zu sehen sind, ihre persönliche Erkundungstour der mittelalterlichen Umgebung. 
Zurück in Brüssel begab sich die Gruppe am folgenden Tag per Linienbus auf den Weg zur Entdeckung weiterer landestypischer Köstlichkeiten. Obwohl der Hinterhof, in dem die Chocolaterie Duval - unter anderem Produzent von Schokoplättchen mit dem TGV-Logo - beheimatet ist, zunächst etwas befremdlich wirkt, hat uns das Eintauchen in die Welt der Schokoladenherstellung und die Qualität der von uns gekosteten Produkte überzeugt. Bei der Herstellung von Pralinés wurde das Sprichwort „C'est en forgeant qu'on devient forgeron" in die Tat umgesetzt - wenn auch in einem anderen Kontext. 
Wenige Stunden später begab sich die Gruppe zur Besichtigung der 1900 gegründeten Privatbrauerei Cantillon, der letzten rein handwerklichen Brauerei in Brüssel, um dort alles Wichtige über traditionelle Bierproduktion zu erfahren. Trotz der sehr gelungenen Führung durch das Museum ist der Wunsch des Museumsführers, uns Deutsche von der belgischen Braukunst, die dem Reinheitsgebot keine Beachtung schenkt, zu überzeugen, zumindest mit der dégustation nicht wirklich gelungen. Unser Bild zeigt die Gruppe bei der Verköstigung von Kriek, eines Bieres, dem beim Brauvorgang Kirschen hinzugefügt werden. 
Natürlich konnten wir nicht nach Hannover zurückfahren, ohne eines der berühmten Brüsseler Wahrzeichen besichtigt zu haben. Die Rede ist hier nicht vom Männeken Pis, das sich manche viel größer vorgestellt hätten, sondern von dem zur Weltausstellung 1958 errichteten Atomium, einer 165-fachen Vergrößerung eines Eisenkristalls. Hier geht es auf einer Rolltreppe in einer der neun Kugeln zum Ausgang - und dem letzten Gruppenfoto entgegen. 
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass unsere Reisegesellschaft nicht nur drei Stunden später in Hannover angekommen ist als geplant, sondern dass auch das hehre Vorhaben, günstig zu reisen, kläglich gescheitert ist: dank der ersatzlosen Streichung unseres ersten Zuges musste Herr Köß noch einmal tief in die Tasche greifen, um die Gruppenfahrkarte für die Ersatzstrecke zumindest vorzufinanzieren. |