Erfahrung mit dem Voltaire-ProgrammSeit dem Schuljahr 2009/2010 besucht Valeria Kolbe die Käthe-Kollwitz-Schule, um am AbiBac-Programm teilzunehmen. Im Schuljahr davor hat sie an einem individuellen Schüleraustausch im Rahmen des Voltaire-Programms teilgenommen, bei dem beide Austauschpartner jeweils sechs Monate im anderen Land verbringen. Hier ein Bericht über ihre Erfahrungen: 
Im Februar 2008 hat Valeria ihre französische Partnerin bei sich aufgenommen. Ihre Rolle gegenüber der Gastschülerin beschreibt Valeria als „Integrationshilfe". Im August ging es dann gemeinsam nach Frankreich, wo die jetzige Zwölftklässlerin bis zum Februar 2009 geblieben ist. In dieser Zeit war sie in Vélizy bei Versailles und hat das Lycée La Bruyère besucht, das über eine Besonderheit des französischen Systems verfügt, nämlich die classes préparatoires, die Schüler in den zwei Jahren nach dem Baccalauréat auf das Studium an den renommierten Grandes Écoles vorbereiten. Im Lycée La Bruyère ist es üblich, dass die Schüler den Klassenraum nach jeder Stunde wechseln. Die Räume selbst bezeichnet Valeria als „kahl" - nur der bunte Kunstraum habe da eine Ausnahme dargestellt. Genervt war Valeria vom Anstehen in der Schulkantine, in der das Essen zu drei Zeiten gestaffelt ausgegeben wurde. Der Unterricht fand ausschließlich im Klassenverband statt. Die Lerngruppe, die Valeria besucht hat, war eine Première Scientifique, also eine Klasse im Jahr vor dem Abitur mit wissenschaftlichem Profil. Der Besonderheit des naturwissenschaftlichen Profils wurde insofern Rechnung getragen, als es zusätzliche Stunden in einem Labor gab, in denen mehr Experimente gemacht wurden und Forschungsarbeit in Gruppen stattfand, die von Assistenten unterstützt wurden. Obwohl diese Klasse von 36 Schülern besucht wurde, war es zu Valerias Erstaunen trotzdem oft still. Angesichts der Klassenstärke ist es nicht sehr verwunderlich, dass Frontalunterricht der vorherrschende Unterrichtsstil war. Valeria hat den großen Unterschied zwischen Lehrern und Schülern als anstrengend empfunden, da in Deutschland Lehrer und Schüler mehr auf einer Ebene seien. Andererseits betont Valeria, dass sie sich in der Schule immer sehr wohl gefühlt habe, da sich sowohl ihre Mitschüler als auch die französischen Lehrer sich sehr um sie bemüht hätten. Auf die Frage, ob Valeria anderen Schülern die Teilnahme am Voltaire-Programm empfehlen würde, antwortet sie ohne zu zögern: „Auf jeden Fall!" Als Vorteile des Austausches benennt sie, dass man selbständig wird und lernt, über seinen eigenen Schatten zu springen, da der Schritt, sich für einen Austausch zu entscheiden, schon eine „große Sache" sei - später habe die Überwindung von Heimweh beispielsweise eine entscheidende Rolle gespielt. Außerdem betont Valeria, dass man etwas über eine andere Gesellschaft erfährt und dabei lernt, sich anzupassen. Sie bekundet, dass man Französisch „von allein" lernt und bezeichnet die Erfahrung, dass andere nicht gleich gemerkt hätten, dass sie keine Französin ist, als „toll". Angemessen findet Valeria auch die Dauer des Aufenthalts in Frankreich von einem halben Jahr, da man auf diese Weise „nicht nur zu Besuch" sei, den Alltag erlebe, eigene Gewohnheiten entwickele und seine „eigene" Familie sowie Freunde habe. Zusammenfassend bewertet Valeria ihren Austausch als „sehr gute, einmalige Erfahrung". Neuntklässler, die sich für den Voltaire-Austausch interessieren, müssen die Bewerbungsunterlagen gleich nach den Herbstferien ausgefüllt bei der Schulleitung abgeben, da die Unterlagen bereits am 23.Oktober bei der Landesschulbehörde vorliegen müssen. Weitere Informationen gibt es auf unserer Homepage und unter http://www.dfjw.org |