Zu Besuch bei Martin Luther

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Am 29. und 30.04.15 fuhren alle Religionskurse des 7.Jahrgangs in die Lutherstadt Wittenberg. Jonas und Niklas berichten:

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Marktplatz mit der Stadtkirche im Hintergrund, in der wir den Gottesdienst direkt vor dem berühmten Cranach-Altar feierten.

Wir verbrachten in Wittenberg, in der Jugendherberge direkt an der Schlosskirche untergebracht, eine schöne Zeit. Alle Gruppen hatten die gleichen Programmpunkte, jedoch auf verschiedene Tage und Zeiten verteilt. So machte jeder eine Stadrallye, bei der wir quer durch die Altstadt geschickt wurden. Neben den nachfolgend detaillierter beschriebenen Programmpunkten feierten wir einen gemeinsamen Gottesdienst, den Herr Wernecke mit Schülern seines Kurses gestaltet hatte. Musikalisch wurde dieser durch Bläser untermalt, die von Herrn Krome geleitet wurden. In der Jugendherberge ließen wir uns vom netten Personal lecker bekochen und spielten viel Tischtennis.

Besuch in der Druckerstube

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Bilder, die in der Druckerstube entstanden sind.

 

Wir besuchten eine altertümliche Druckerstube. Als wir ankamen, öffnete uns ein netter Mann die Tür, der einen Kittel trug. Er erzählte uns z.B., dass man früher alles mit Hand geschrieben hat und dass es ein Jahr dauerte, die Bibel abzuschreiben und dass eine Bibel sehr viel Geld oder Lebensmittel gekostet hat. So kosteten z.B. fünf Papiere der Bibel 10 Eier. Lukas Cranach druckte erst kleine Flyer mit Psalmübersetzungen von Luther, die nicht so viel kosteten. Dann durfte sich jeder von uns zwei Motive aussuchen und drucken. Es war sehr spannend zu erfahren, wie aufwendig und wie viel Arbeit es früher gewesen ist, zu drucken und es dann auch selber ausprobieren zu können.

Besuch im Lutherhaus

Zusammen mit den Religionslehrern besuchten wir das Lutherhaus. Tauchen wir nun in die Geschichte eines einzigartigen Menschen ein: Martin Luther! Beginnen wir ganz am Anfang. Martin Luther wuchs in Eisenach auf und wurde ein Augustinermönch, die im Volksmund auch „Die Schwarzen“ genannt wurden, weil sie schwarze Kutten trugen. Diese Mönche beteten den ganzen Tag lang. Sie lebten vom Geld, das ihnen vom Volk gegeben wurde, daher nannte man diese Art von Mönchen auch Bettelmönche. Andernorts fragte sich Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, wie er seine neue Residenz Wittenberg in eine Metropole der frühen Neuzeit verwandeln konnte. So gründete er eine Universität: die Leucorea! Aber wer sollte an diese Universität die Studenten unterrichten? So kam Martin Luther nach Wittenberg. Andere große Namen sind zum Beispiel Philipp Melanchthon oder Giordano Bruno, der als erster auf der ganzen Welt die These aufstellte, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Bruno wurde deshalb von der Kirche verbrannt. Martin Luther stellte in Wittenberg seine 95 Thesen auf.

 

wittenberg2015_3In Wittenberg heiratete er außerdem die Nonne Katharina von Bora (siehe Bild). Dass war ein echter Skandal, denn Mönche und Nonnen durften nicht heiraten. Luther wurde an der Leucorea außerdem Professor für Theologie. Doch warum wurde er so berühmt?

Dazu nun ein bisschen Religionsunterricht: Um als Christ in den Himmel zu kommen, musste man eine rein Seele haben. Da aber kaum einer eine reine Seele hatte, musste man zur Reinigung seiner Seele ins Fegefeuer. Vor diesem Fegefeuer hatten die Leute aber sehr große Angst Der Papst sagte nun, dass wenn man sogenannte Gnadenbriefe kaufte, man die Sünden begleichen könnte. Man konnte sie sogar vor dem Begehen einer Sünde kaufen. Dann kam Luther und sagte, dass allein die Liebe zu Gott diese Sünden begleichen könnte und legte sich so mit dem Papst an. Der Papst belegte ihn so mit dem Kirchenbann. Außerdem wurde er vom Staat gesucht. So nahm in Friedrich der Weise mit auf die Wartburg, um ihn zu schützen. Dort übersetzte er die Bibel ins Deutsche. Lukas Cranach, ein guter Freund Luthers, druckte nun die Bibel in kleinen Heftchen und wurde somit steinreich. Durch diese Heftchen wurde Luther beim gesamten Volk berühmt, da das Volk durch die Bilder auf den Heften allmählich lesen und schreiben lernte. Ein unglaublicher Fortschritt war auch, dass jeder sich ein eigenes Bild von der Bibel machen konnte.

Es gibt aber auch ein paar schwarze Flecken in Martin Luthers Biographie: Als die Bauern einen Aufstand machten, da sie unter schlechten Arbeitsbedingungen litten, befürwortete er dessen grausame Niederschlagung. Außerdem schrieb er ein hetzendes Buch gegen die Juden, aus dem noch die Nationalsozialisten zitierten.

Doch trotz dieser unschönen Dinge ist und bleibt Martin Luther ein großartiger Revolutionär und großer Mann seiner Zeit. Er hat die Kirche aus unserer Sicht eindeutig verbessert.

Wir sagen Danke an Herrn Wendland, Frau Schäfer, Herrn Wernecke, Frau Temilakeiwa und Herrn Krome für eine supertolle Religionsfahrt.

(Jonas Groß und Niklas Eichholz)